Auf nach Westen!

Meine Zeit an der Ostküste und in Nova Scotia ist zu Ende. Aus der geplanten einen Woche sind dreieinhalb geworden. Das lag daran, dass ich erst noch einiges organisieren und im Wagen einrichten musste, weil ich noch auf meine zweite Kreditkarte warten musste, die in Deutschland nicht rechtzeitig angekommen war und dann, weil Nova Scotia einfach wunderschön und super abwechslungsreich ist.

Auf einer Fläche, die etwa 1,5 mal so groß ist wie NRW, gibt es mit Halifax, Dartmouth, Sackville und Bedford eine moderne Metropolregion mit sechs Universitäten, Tourismus, Zollhafen und internationalem Flughafen. Die Geschichte ist geprägt von den Einwanderern und in geringerem Maße von den First Nations, die heute eine Minderheit darstellen.

Mit den unzähligen Kilometern an Küste der Halbinsel gibt es viel Fischerei und Strandleben, auch, wenn das Wasser des Atlantiks recht frisch ist. Wärmer ist es in den Seen, die mit Camping, Baum- und Mückenreichtum prahlen. Mit der Bay of Fundy im Südwesten ist hier ein einzigartiger, von Ebbe und Flut bestimmter Lebensraum für Menschen und Tiere. Und im Norden lockt Cape Breton Island mit gälischer Kultur, Highlands, Wildnis, National Park und mit einmalig schönen Küstenstraßen!

Ich kann Nova Scotia nur jedem empfehlen, der Kanada kennenlernen möchte. Immerhin ist es nur halb so weit entfernt, wie die Rocky Mountains und der Flug entsprechen „nur“ 7,5 Stunden. Kultur und Freiheit kann man hier in einer Fülle genießen, die auch locker für 3 oder 4 Wochen Urlaub reichen! Ich hoffe, ich komme in den nächsten Tagen mal dazu, etwas mehr zu berichten.

Ab nun geht es für mich immer Richtung Westen.

Mit einem kleinen Umweg über Toronto und die Niagarafälle ist die Strecke bis Calgary mit 5500 km sogar 100 km länger, als die Strecke, die ich bis Halifax geflogen bin. Dabei geht über 5 Zeitzonen. Von Moskau bis Gibraltar sind es nur 4700 km…

Ich habe ganz schön Respekt vor den Distanzen und bin gespannt, ob das lange Fahren langweilt, anstrengt, entspannt oder beeindruckt.

In den letzten drei Wochen habe ich mich an den Verkehr, die Schilder und Fahrweise in Kanada gewöhnt. Es darf rechts überholt werden und an roten Ampeln rechst abgegogen werden, wie bei unserem grünen Pfeil. Aber hier wird zum Glück viel langsamer und rücksichtsvoller gefahren, als in Deutschland. 98 Prozent der Autos halten richtig viel Abstand, auch wenn du als Fremder nicht die erlaubte Höchstgeschwindigkeit fährst. In der Stadt wird für jeden Fußgänger angehalten. Und durch die maximal 110 km/h auf den Highways, gleitet der Verkehr recht einheitlich dahin. Ähnlich wie in Holland oder Frankreich.

Aufpassen muss man hingegen sehr auf Tiere. Immer wieder sieht man leider welche auf der Fahrbahn liegen. Bei größeren Hirschen oder den riesigen Elchen kann so ein Zusammenstoß aber auch tödlich enden – für beide Seiten. Die Elche haben so lange Beine – bis zu 110 cm – dass der Oberkörper bei einem Zusammenstoß auf die Windschutzscheibe triff. Bei 500 – 900 kg Gewicht ist das ein echtes Problem. Nicht umsonst gibt es für Autos den berühmten Elchtest, der die Stabilität bei einem plötzlichen Ausweichmanöver prüft. Also muss man trotz der langen, einheitlichen Strecken versuchen, Wald und Fahrbahnrand im Auge zu behalten um Wildtiere früh genug zu erkennen.

Also los geht‘s, erstmal auf die 1700 km Richtung Niagarafälle. Über den Trans-Canada Highway und entlang des St. Lorenz-Stroms liegt aber erst mal die am dichtesten besiedelte Region Kanadas, so dass hier wohl andere Herausforderungen warten, als Tiere auf der Fahrbahn. ; )

Auf nach Westen!

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